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Die Diakonie kennt keine Krise

LINDAU - In Zeiten wie diesen können viele privatwirtschaftliche Unternehmen nur davon träumen, das zu schaffen, was der Evangelischen Diakonie Lindau gelungen ist: nämlich das Jahr 2008 mit einem Plus abzuschließen. Der Vorstand des Vereins ist bei der Mitgliederversammlung darüber hinaus auch fürs laufende Jahr zuversichtlich gewesen.

Insgesamt bewegt die Evangelische Diakonie jährlich mehr als 2,3 Millionen Euro und ist mit 60 Arbeitsplätzen kein kleiner Arbeitgeber in Lindau. Und obwohl der Verein auch die schon mehrfach von der Schließung bedrohte Bahnhofsmission mitträgt und obwohl die Spenden insgesamt zurückgehen, war das abgelaufene Jahr wirtschaftlich wie ideell doch ein erfolgreiches.

So kann der erste Vorsitzende, Pfarrer Eberhard Heuß, den knapp 20 Mitgliedern auf der Versammlung im Maria-Martha-Stift mit Optimismus aus dem umtriebigen Jahr 2008 berichten. Das größte Aufgabenfeld - das Altenheim Maria-Martha-Stift am Kleinen See - hat im Jahr 2008 etwas geschafft, was in der Branche praktisch nicht vorkommt: nämlich eine Belegungsquote von 100 Prozent zu erreichen. "Das hat Gründe", weiß Pfarrer Heuß und nennt an erster Stelle die menschliche Atmosphäre und das Engagement der Mitarbeiter unter der Leitung von Anke Franke.

Maria-Martha-Stift ist beliebt

 

Dass der Vorstand sein Lob nicht aus der Luft gegriffen hat, beweist das Ergebnis der Bewohnerbefragung. In dieser internen Studie haben die alten Menschen das Wort und beurteilen praktisch alle Bereiche des Lebens im Maria-Martha-Stift. Ergebnis: In fast allen Belangen kann sich die Heimführung über eine Zufriedenheitsquote von mehr als 80 Prozent freuen. Einzig beim Essen gibt ein Drittel an, dass die Qualität nur teilweise stimmt. Ein schönes Beispiel dafür, wie man über Geschmack eben doch streiten kann. Die Gesamtzufriedenheit liegt bei knapp 93 Prozent, ähnlich hoch ist die Quote derer, die wieder das Maria-Martha-Stift als Wohnstätte im Alter wählen würden.

Ein wenig zerknirscht klingt Eberhard Heuß anschließend, als er mit Bedauern berichtet, dass es mit der Sanierung des Kindergartens St. Stephan bisher nicht geklappt hat. Warum? Wie so oft liegt es am lieben Geld - bislang liegen noch keine konkreten Fakten auf dem Tisch, welche Fördertöpfe welche Summen zur Verfügung stellen. "Wir können aber eine solche Maßnahme nur stemmen, wenn wir exakte Zahlen haben", sagt Heuß und hofft, dass es noch im laufenden Jahr weitergeht.

Bahnhofsmission weiter unklar

"Das Sorgenkind Bahnhofsmission ist für 2009 gesichert" erklärt Schatzmeister Reiner Hartmann. Noch könne man von Reserven aus vergangenen Jahren zehren. Wie das Bild allerdings 2010 aussieht, wagt er nicht zu sagen. Vor dem Hintergrund eines insgesamt erfreulichen Bildes entlasten die Mitglieder den Vorstand einstimmig. Die Neuwahlen bestätigen ebenso unwidersprochen die Schlüsselpersonen der Vergangenheit auch für die Zukunft: Eberhard Heuß ist erneut vier Jahre lang erster Vorstand, an die zweite Position rückt Hans-Dieter Meyer, der bislang als Beisitzer aktiv war. Die Position des Kassierers behält Reiner Hartmann, ebenso wie Klaus Burger Beisitzer bleibt. Apotheker Ralf Baethge ist Neuling im Kreis der Beisitzer.

Hans Christlein und Rita Schneider-Malwitz verlassen den Vorstand nach langen Jahren. Allerdings nicht, ohne sich bei der Geschäftsführerin der Diakonie, Anke Franke, einen hübschen Blumenstrauß abzuholen.

Auch Franke selbst steht im Zentrum des Lobes von allen Seiten. Nicht zuletzt deshalb: Anke Franke hat im Jahr 2008 tatsächlich 66 neue Mitglieder für die Evangelische Diakonie gewinnen können. Das entspricht einem Zuwachs von 74 Prozent. Ein Wert, den man in Zeiten der Krise anderswo vergeblich sucht.

(Lindauer Zeitung Erschienen: 30.05.2009)

Kindergarten St. Stephan
Maria-Martha-Stift
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